Zahnfleischbluten & Zahnfleischprobleme

Loch im Zahn - Ursachen und Behandlung

Karies – oder umgangssprachlich „ein Loch im Zahn“ – ist in Deutschland Volkskrankheit Nummer eins: Fast jeder Erwachsene und noch immer viele Kinder und Jugendliche sind betroffen. Der Zahnärztekammer Nordrhein zufolge ist frühkindliche Karies gegenwärtig sogar die häufigste chronische Kindererkrankung im Vorschulalter. Karies verursacht Schmerzen, schädigt die Zähne und kann bis zum Zahnverlust führen.

Wodurch entsteht Karies?

Karies entsteht in der Regel, wenn drei Faktoren zusammenkommen: Bakterien im Zahnbelag, häufiger Verzehr von zuckerreichen Lebensmitteln und eine unzureichende Mundhygiene. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung erläutert, dass Zahnbelag, auch Plaque genannt, aus bakteriellen Stoffwechsel-Produkten und Bakterienzellen, Speiseresten und Bestandteilen des Speichels besteht. Er bildet sich vor allem an den so genannten „Kariesprädilektionsstellen“, d. h. den Kariesproblemzonen auf den Kauflächen, in den Zahnzwischenräumen und an den Zahnhälsen. Direkt nach dem Zähneputzen bildet sich ein dünner Biofilm auf der Zahnoberfläche. Dieser Film hat eine schützende Funktion und dient nicht nur der Säureabwehr, sondern fördert auch die Mineralisierung des Zahns. Als Teil der normalen Mundflora siedeln sich darauf Bakterien an, die sich vermehren und allmählich eine feste Struktur ausbilden – den Zahnbelag. Zucker bzw. Kohlenhydrate sind die Nahrung für die im Zahnbelag vorkommenden Bakterien. Sie wandeln den Zucker in Säure um, die Mineralien aus dem Zahnschmelz löst und ihn porös macht – das perfekte Einfallstor für Bakterien. Normalerweise schützt Speichel die Zähne, denn die enthaltenen Mineralstoffe härten den Zahnschmelz. Bei zu häufigem Verzehr zuckerhaltiger Speisen oder Getränke in Kombination mit einer unzureichenden Zahnpflege, kann der Speichel den Säureangriff auf die Zähne nicht mehr abwehren: Das Gleichgewicht zwischen Entkalkung (Demineralisation) und Reparatur (Remineralisation) ist gestört.

Schmerzen durch Karies

Im Anfangsstadium verursacht Karies noch keine Schmerzen. Die kariösen Veränderungen zeigen sich zunächst nur als weißliche oder bräunliche Flecken am Zahn. Wenn durch die fortschreitende Entmineralisierung des Zahns eine erste Vertiefung im Zahnschmelz entsteht, spricht man von „Schmelzkaries“, betrifft die Schädigung auch das Zahnbein (Dentin), wird dies „Dentinkaries“ genannt. In dieser Phase treten erste Zahnschmerzen auf, der Zahn reagiert empfindlich auf heiße, kalte oder süße Speisen und Getränke. Von dem im Vergleich zum Zahnschmelz weicheren Dentin aus kann sich die Karies rascher ausbreiten und den Zahn geradezu „aushöhlen“. Unbehandelt entwickelt sich in der Folge eine Caries profunda (tiefe Zahnkaries) mit großflächiger Schädigung der Dentinschicht. Von Caries penetrans (durchdringender Karies) spricht man, wenn die Karies die Dentinschicht komplett durchdrungen und das Zahnmark (Pulpa) erreicht hat. Dort befinden sich zahlreiche Nervenfasern, die sich in diesem Stadium entzünden, was starke Schmerzen auslöst.

Wie kann Karies behandelt werden?

Die Kariesbehandlung zielt darauf ab, die Ausbreitung der Karies zu stoppen und die betroffene Stelle abzudichten. Zudem muss das durch die Karies oder die Behandlung verlorene Zahnmaterial ersetzt werden. Die Art der Behandlung hängt davon ab, wie weit die Karies bereits fortgeschritten ist.

1. Remineralisierung des Zahns: Im Kariesfrühstadium reichen manchmal Maßnahmen zur Remineralisierung, d. h. regelmäßiges und gründliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta oder auch die Versiegelung der Zahnoberfläche und das Auftragen zusätzlicher fluoridhaltiger Gele oder Lacke durch den Zahnarzt ebenso wie die wöchentliche häusliche Anwendung eines hochkonzentrierten Fluoridgels.

2. Entfernen kariesauslösender Bakterien: Durch das gründliche Entfernen von Zahnbelägen oder den Einsatz bakterizider Substanzen, zum Beispiel Chlorhexidin, wird versucht, den Zahn von kariesauslösenden Bakterien zu befreien.

3. Entfernen der Karies und Einsatz einer Füllung: Sobald Zahnschmelz oder sogar Dentin betroffen sind, muss das Zahngewebe entfernt werden. Dies geschieht gewöhnlich durch Bohren. Es gibt inzwischen aber auch alternative Methoden, z. B. chemomechanische oder Laserbehandlungen. Der durch die Kariesentfernung entstandene Hohlraum wird je nach Größe mit einer Zahnfüllung oder einer Teilkrone oder Krone gefüllt.

Prävention

Karies wäre durch konsequente Prävention vermeidbar. Die Deutsche Gesellschaft zur Zahnerhaltung (DGZ) hat eine erste Leitlinie zur Kariesprophylaxe vorgelegt, die insgesamt sieben Kernempfehlungen ausspricht:

Maßnahmen für Patienten:

  • Zweimal tägliches Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta
  • Reduzierung zuckerhaltiger Mahlzeiten und Getränke
  • Kauen von zuckerfreiem Kaugummi nach den Mahlzeiten

In der zahnärztlichen Praxis bzw. in Abstimmung mit dem Zahnarzt:

  • Teilnahme an strukturierten Prophylaxeprogrammen
  • Zusätzliche Fluoridierungsmaßnahmen
  • Professionelle Anwendung von Chlorhexidin-Lacken.
  • Versiegelung kariesgefährdeter Fissuren und Grübchen  

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